Fahrbericht (mal anders) BMW Z3 1.9i: Roadsterode oder “Die Essenz des Fahrens”

BMW Z3 Roadster Saphirschwarz 2001: Teaser

Nehmen wir mal an: Wir haben Sommer. Es wird wieder Wochenende. Wie jede Woche, man glaubt es kaum. Aber wieder zuhause rumhängen? In den Park gehen? Mit Freunden treffen? In die Stadt zum shoppen? Nein, unsere Entscheidung meist einstimmig auf die Roadstertour. Nicht ohne Grund. Wenn ein kühler Wind geht, die Sonne scheint, die richtige Musik ausgewählt ist, dann gibt es in den Augen von meiner geliebten Melegim und auch in meinen Augen kaum etwas entspannenderes, als mit dem Roadster über den aufgeheizten Asphalt zu rasen.

BMW: Ride of your life

BMW Motorrad: Weltumrundung mit dem Motorrad

BMW schickt mit der R 1200 GS fünf Kandidaten durch die ganze Welt. Mir ist bewusst, dass es sich bei der R 1200 GS um ein Motorrad handelt und nicht um ein Auto. Aber trotzdem finde ich eine solche Aktion erwähnenswert. Mit dem klimatisierten, schallisolierten Auto kann man um die halbe Welt fahren und nichts von dem mitbekommen, was um einen herum passiert. Mit einem Cabrio bekommt man schon deutlich mehr von den Menschen und Kulturen mit, ist deutlich mehr “mitten drin”. Doch mit einem Motorrad – tja, mit einem Motorrad lernt man jeden Stein auf dem Weg persönlich kennen. Und genau diesem Reiz einer Weltumrundung mit dem Motorrad kann ich mich auch nicht widersetzen.

Unser BMW Z3 – Ich will endlich, dass alles wie neu ist!

Hochzeit Abfahrt Z3

Ach, das ist wieder so eine neverending story. Und ich bin es wirklich leid. Unser Z3 hat uns die letzten Jahre treue Dienste als Erstfahrzeug geleistet. Sommer und Winter, bei Regen, Dreck, Wind und Schnee. Dafür und für vieles andere lieben wir ihn. Er ist untrennbar mit unserem Kennenlernen und unserer Beziehung verwoben. Dafür und für vieles andere werden wir ihn niemals verkaufen. Und was er sich verdient hat ist, dass er in perfektem, makellosen Zustand im Trockenen stehen soll. Um für die wenigen Ausfahrten, die wir zu zweit noch machen können, bereit zu stehen. Das will ich für ihn. Wenn unser Sohn dann irgendwann alt genug ist, fahre ich oder fährt Melegim mit ihm durch die Landschaft. Ist das nicht schön?

Nur nehmen die Problemchen einfach kein Ende. Wir haben nunmal inzwischen ein kleines Kind und können nicht täglich mit ihm fahren. Genau das scheint er uns übel zu nehmen. Wir sind weit entfernt vom Zustand, dass er perfekt hergerichtet in der Tiefgarage steht.

Nach meinem Betonpfeilerkontakt vergangenes Jahr ist natürlich alles nur schlimmer geworden. Wir erinnern uns: Kotflügel, Fahrertür, Schweller, Aussenspiegel mussten getauscht werden. Es ist zwar alles auch wirklich in einer Fachwerkstatt eingestellt worden, aber die Fahrertür schließt nicht mehr so satt wie früher. Die Windgeräusche sind m.E. auch etwas lauter.

Als wir vergangenen Samstag endlich mal wieder die Gelegenheit hatten zu zweit bei schönem Wetter den Roadster auszufahren, da wollte er nicht anspringen. Selbst mit Starthilfe nicht. Das hatte ich schonmal und habe danach die Batterie neu geladen. Doch sie ist wieder tot – was ihr bei einem Alter von 10 Jahren ja auch echt niemand krumm nehmen kann. Also war die Ausfahrt (die erste nach mehreren Monaten) wieder gestorben.

Neue Batterie ist inzwischen gekauft und drin (Ein aufrichtig tolles Gefühl. Das hat er sich verdient!). Bremsen sind auch neu, nachdem vorher immernoch die Originalbremsen (!!) drin waren. Ganze 110.000km und 11 Jahre haben sie gehalten. Reifen hinten sind auch neu.

Inzwischen bin ich frustriert. Am liebsten hätte ich einen perfekt gepflegten Roadster in der Garage stehen. Doch dazu fehlt mir das Geld. Und die Mängel werden immer mehr:
Vergangenen Dienstag sollte der TÜV neu gemacht werden. Alles anstandslos überstanden, doch ein kleines Loch im Auspuff gibt den Todesstoß bei den Abgaswerten. Als ich ihn abholen wollte fällt mir auf, dass die Fahrertür sich kaum entriegeln lässt. Sie ging schon nicht mehr über die ZV auf und zu, sondern nur manuell. Aber jetzt dreht sich das Schloss auch noch endlos weiter, bevor es irgendwann greift.

Ich sage zu Melegim immer: Eigentlich muss man genug Geld in die Hand nehmen und einfach mal alles machen. In meiner Vorstellung das komplette Fahrzeug auseinanderschrauben, alle Teile reinigen, Sichtprüfung und wieder zusammensetzen.

 

Aber so gut kenne ich mich mit der Materie dann doch wieder nicht aus. Es würde auch reichen die Fahrertür nochmal von Grund auf ordentlich einzustellen, das Schloss zu reparieren, neue Vorderreifen aufzuziehen, den Motor ordentlich zu reinigen, die Matte unter der Motorhaube zu erneuern, Schaltknauf zu erneuern, neue BOSI-Abgasanlage (findet man die überhaupt noch) drunterzusetzen. Alle kleinen Beulen und Kratzer haben wir ja schon genau aus dem Grund ausgebessert. Damit ein perfekter, kleiner Z3 – der sich übrigens inzwischen zu einer Wertanlage entwickelt – fahrbereit zur Verfügung steht. Ich wiederhole mich, nicht wahr?

Vielleicht muss es einfach zu einem Projekt werden, ohne Zeitdruck. Know-How verschaffen, Werkstatt besorgen und losschrauben. Denn eines steht fest: Als ich neulich mal wieder den Z3 gefahren bin, hat es sich verdammt gut angefühlt. Eine andere Welt des Fahrens im Vergleich mit aktuellen Fahrzeugen. Nah an der Straße, direkt, schwergängig, mechanisch. Mit einem Wort: Großartig!

Habt ihr auch so ein Fahrzeug? Eines das ihr liebt und das ihr in einen perfekten Zustand versetzen wollt aber ihr habt einfach nicht die Mittel dazu?

Premiere in Genf: BMW Concept M135i

BMW Concept M135i Autosalon Genf 2012

Mal unter uns: Der neue BMW 1er hat mir bei Einführung nicht so recht gefallen. Riesige Scheinwerfer, fast selbe Heckansicht wie beim VW Polo… Nein, die große Liebe würde es nicht werden. Doch jetzt, wo ich in Form des Concept M135i das erste Mal die dreitürige Version sehe, bin ich schon etwas milder gestimmt. Das könnte auch an den ganzen M-Anbauteilen liegen. Heckschürze, Frontschürze, 18-Zoll Felgen… doch so wie abgebildet schmeckt mir der 1er.

Vor kurzem hatte ja BMW bekanntgegeben von der M GmbH auch andere Fahrzeuge als die bisherigen anzubieten. Ich umschreibe es mal als “Standardfahrzeuge mit einem Hauch M”. Liest sich dann in der Modellbezeichnung folgendermaßen: M550d, X5 M50d und X6 M50d. Das kleine aber unscheinbare “d” steht natürlich für Diesel.

Beim alten 1er hieß es erst lange Zeit es gäbe kein M-Derivat, der 135i sei ja aber quasi schon ein M. Dann kam doch der 1er M und hat mich/uns/alle ziemlich umgehauen. Welch ein tolles Gefährt! Irgendwie wundert es mich da nicht dass man nicht direkt den neuen 1er M vorstellen will. Stattdessen nun als der M135i. Eine Kreuzung der Verwirrungen und Thesen des letzten 1ers – falls mir noch jemand folgen kann.

So lässt man sich noch die Möglichkeit offen dass nach Vorstellung der ganzen 1er Karosserievarianten etc pp der “echte” M kommt und betreibt mit dem M135i gleichzeitig Werbung für das neue Fahrzeugkonzept der M GmbH: Es ist ein 1er mit ganz vielen Designanleihen und Anbauteilen aus der M-Feder (BMW selbst nennt es “für BMW M Performance Automobile typische Akzente für Athletik”), der Motor ist jedoch der Reihensechszylinder mit über 300PS – sicherlich ausreichend für das Auto – der normalerweise kein Fahrzeug der M GmbH antreiben sollte antreibt.

Ich würde so unterscheiden: Echte-Ms und Optik-Ms. Bessere Ideen?

Zu sehen gibt es das BMW Concept M135i auf dem Genfer Automobilsalon am Dienstag, 6. März um 17 Uhr im Rahmen der BMW DTM Präsentation.

Quelle: BMW Group Presse, 2012