Fahrbericht Škoda Rapid 1.2 TSI: Einstiegsmöglichkeit

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Teaser Fahrzeug von Vorne, Fabrik im Hintergrund

Es gibt da so eine Kategorie für Fahrzeuge, die ich gerne “Auto um des Autos Willen” nenne. Das steht bei mir exemplarisch für folgenden Fall: Man braucht ein Auto, weil man die damit verbundene Mobilität benötigt. Man braucht den Raum, den ein Auto bietet. Man braucht ein Auto in einem bezahlbaren Rahmen. Man braucht ein Auto mit überschaubaren Folgekosten. Diese Konstellation an Anforderungen trifft auf mehr Autokäufer zu, als man meint. Nicht immer hat man das nötige Kleingeld, um sich einfach das zu kaufen, was man am schönsten findet. Und nicht immer spielt das Auto überhaupt eine so große Rolle im Alltag. Es muss einfach da sein und mit jeder Situation umgehen können. In genau diese Kategorie passten auch schon der von mir getestete Mitsubishi Lancer (ab 25.000 Euro) oder etwa der Honda Accord (aktuell ab 18.000 Euro – wenn auch nicht als TypeS). Während der Lancer in der unteren Mittelklasse und der Accord in der Mittelklasse angeordnet sind, ist der Škoda Rapid in der Kompaktklasse zuhause. Trotzdem schafft er es in Sachen Platzverhältnisse die Lücke zu schliessen und ist nochmal deutlich günstiger.

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Heckansicht

Was für das Fahrzeug spricht

Ganz klar: Mit dem Einstiegspreis von 13.990 Euro ist der Škoda Rapid eine Kampfansage.  Er bietet wirklich extrem viel Auto für sehr wenig Geld. Solide Großserientechnik ist da nur das Geringste: Škodas glänzen immer auch mit sehr pfiffigen Detaillösungen. So lässt sich der riesige Kofferraumdeckel an einer Art Haltestange nach unten ziehen: Keine Suche nach der Griffmulde, kein Anfassen innen und außen. Der Kofferraum selbst bietet auch dank Fließheck richtig viel Platz und jede Menge Festzurr-Möglichkeiten. Bei keinem Einkauf wird man so schnell an die Grenzen der Transportmöglichkeiten geraten.

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Seitenansicht

Die Qualität des Innenraums leidet dabei nicht unter der Billig-Kur: Ja, es ist Hartplastik, aber es sieht gut aus, ist sauber verarbeitet und fasst sich vor allem auch gut an. Die klaren Linien im Innenraum lassen den Rapid im Gegensatz zu vielen anderen Autos in der Klasse auch beim Blick von außen auf den Innenraum hochwertig aussehen. Oftmals prägen ja Designlösungen den Innenraum, bei denen man nicht weiß, welcher Linie sie folgen: Große und Kleine Knöpfe bunt durcheinandergewürfelt, unterschiedliche Displays, Hebungen und Senkungen der Oberflächen und und. Der Rapid hat so etwas nicht nötig. Bravo! Klar: Die Grundzüge stammen sowieso aus dem Volkswagen-Konzern. Und wenn wir schon bei Design sind: Gott sei Dank haben die Stoffe für den Innenraum keine Muster. Warum machen die Hersteller das immer? Bunt, kariert, liniert.. Alles, damit man die Flecken nicht sieht? (Das ist nämlich das große Problem bei Stoff). Beim meinem Rapid mit dem beigen Innenraum habe ich von mehreren Leuten gehört, dass sie dachten, es sei Leder – auch ich selbst war bei meinem Erstkontakt mit dem Rapid davon überzeugt.

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Scheinwerfer Nahaufnahme Rechts

Der 1,2 Liter 4-Zylinder Benziner hat bei mir im Schnitt 6,9 Liter verbraucht. Das ist ein recht passabler Wert. Vor allem, da der Motor jederzeit ausreichend Beschleunigungs- und Elastizitätspotential besitzt. Dabei sollte man vor allem den unteren Drehzahlbereich verwenden. Hochdrehen bringt nicht sonderlich viel. Vom Motor bekommt man übrigens im Fahrzeuginneren nicht viel mit. Überhaupt isoliert der Rapid die Insassen sehr zuverlässig von Außengeräuschen und ist dadurch auch langstreckentauglicher als gedacht.

Motor: 1.197cm³ 4-Zylinder Benzinmotor
Antrieb: Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment: 105PS (77kW) / 175Nm
0-100 km/h: 10,3s
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
Getriebe: 6-Gang Schaltgetriebe
Türen/Sitze: 5/5
Verbrauch kombiniert: 5,1l/100km
Preis Testfahrzeug: 22.180,- €

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Totale Vorne Links auf Straße

Thema Familie: Das Platzangebot im Fond ist ausreichend sowohl für Kinder als auch Erwachsene, die Gurte sind lang genug um den Kindersitz zu befestigen (in unserem Fall Cybex Pallas 2-Fix) und die Fensterlinie ist tief genug, damit unser Sohn von seinem Kindersitz aus bequem zum Fenster hinaus sehen kann. Auch in diesen Punkten überzeugt der Škoda Rapid.

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Vorne Rechts dynamisch, Vorbeifahrt

Was nicht für das Fahrzeug spricht

In der hier gezeigten Motorisierung und Ausstattung kostet der Rapid deutlich mehr: Sagenhafte 22.180 Euro! Das sind 58% Mehrpreis im Vergleich zur Grundausstattung. In dieser Preisklasse gelten auch schon etwas andere Maßstäbe. Während mich das ziemlich harte Fahrwerk und die sehr trocken und ungefiltert an die Insassen weitergegebenen Schläge durch Straßenunebenheiten bei einem 14.000 Euro Auto nicht so sehr stören, müsste das Fahrwerk bei 22.000 Euro schon sehr viel komfortabler ausgelegt sein. Überhaupt ist meines Erachtens das Fahrwerk die größte Schwachstelle des Škoda Rapid. Dabei möchte ich mich mit der Kritik auf Federn/Dämpfer beschränken. Andere Faktoren wie Spurtreue, Seitenneigung und Lenkbarkeit sind in der Klasse völlig in Ordnung.

Der Skoda Rapid bei anderen Bloggern:
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Zusammenfassung der Berichte zum Skoda Rapid – freude-am-erfahren
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Skoda Rapid gefahren – motor-inside
Ersteindruck Skoda Rapid – autoaid

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Innenraum Cockpit, Dashboard, Fahrerin

Genauso ist das Navigationssystem mit Touchscreen etwas enttäuschend. Die Benutzerführung ist gut, jedoch ist das Display extrem klein und im dargestellten Kartenausschnitt kann man sich kaum orientieren. Möchte man mehr als die Routen-Basisinformationen des Navis verwenden, gerät man schnell an die Grenzen.

Und jetzt?

Ganz ehrlich: Es gibt ziemlich viel, das für den Rapid spricht. Er hat auch absolut seine Daseinsberechtigung, Škoda hat ihn an genau der richtigen Stelle platziert: Zwischen Fabia und Octavia. Der Rapid ist klein genug für die Stadt und bietet Innen wirklich extrem viel Platz. Damit wird er viele Freunde finden (besonders Familien). Was Preis/Leistung angeht ist Škoda den anderen Marken aus dem VW-Konzern sowieso einen Schritt voraus und bietet makellose Verarbeitung, die einem so schnell keine Kopfschmerzen bereiten wird. Sollte die Überlegung anstehen, ob ein Fahrzeug wie der Rapid angeschafft werden soll, würde ich mir ernsthaft überlegen, welche Extras wirklich nötig sind.

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Detailaufnahmen Innen, Mitteltunnel, Schaltknauf, Fond Rücksitz linke Seite heller Stoff, beige

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Detailaufnahmen Innen, Kofferraum

Škoda Rapid Elegance TSI Grau 2013: Testurteil, Zusammenfassung, Review, Ergebnis

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