Fahrevent Florenz: Mercedes-Benz CLS Shooting Brake

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Teaser
Nachdem ich des Nachts (fast) keinen Schlaf bekommen hatte, saß ich – kaum angekommen in Florenz – draußen auf dem Bordstein und genoß einfach die Sonne. Einen CLS konnte ich noch nicht haben. Ich war einfach zu früh, die Fahrzeuge noch nicht da. Von meinem schattigen Platz aus beobachtete ich die Mercedes-Mitarbeiter beim präzisen und geometrisch korrekten Arrangieren der nach und nach eintreffenden CLS Shooting Brake. Alles muss und soll perfekt sein.

Ein Auto wie der CLS Shooting Brake hat das auch verdient. Er ist es nun, den ich als schönsten Mercedes-Benz bezeichne. Noch lange bevor ich ihn live gesehen habe. Am Flughafen von Florenz werde ich nicht enttäuscht. Skulpturhaft stehen die diversen CLS Shooting Brake in Reih’ und Glied. 350, 500, 63 AMG, Diesel.

Dann vernehme ich eine Nachricht, die meinen Tag noch nachhaltig erhellen wird: Der mit mir dem Fahrzeug zugeteilte Journalist wird nicht kommen. Ich darf alleine fahren. In meinem Kopf höre ich nur: Florenz genießen! Ganz für mich! Ich bin sowieso eher der introvertierte. Da fühle ich mich alleine direkt deutlich wohler im Auto. Auf die Frage, welcher es sein soll: Mercedes-Benz CLS 350 Shooting Brake, bitte!

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Textteaser

 

Ein paar Zutaten um den CLS würdig zu genießen und, noch wichtiger, Florenz richtig zu genießen: Fenster auf, bis zum Anschlag. Alle! Carmen Consoli über die Anlage abspielen. Gerne auch laut.
Entspannte Haltung einnehmen. Sich an alle Verkehrsregeln aus Deutschland erinnern, um sie anschließend schlagartig über Bord zu schmeißen. Im Navi stelle ich irgendeine Sehenswürdigkeit ein, die interessant klingt. 9km außerhalb von Florenz. Auf geht’s!

 

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Heckansicht und Motorroller
Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Seitenlinie Weitwinkel

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Kofferraum Amerikanischer Kirschbaum, American cherrywood wie auf einer Yacht

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Kofferraum Amerikanischer Kirschbaum, American cherrywood wie auf einer Yacht; Nahaufnahme

Was erstmal deutlich wird: Der CLS 350 hat ausreichend Leistung für das Fahrzeug. Das bedeutet nichts anderes, als dass man die enormen Dimensionen und Massen des CLS Shooting Brake nicht spürt. Leichtfüßig bewegt sich der CLS durch die Stadt. Später fahre ich auch noch den 500. Der klingt deutlich kerniger (natürlich), hat nicht nur ausreichende Leistung, sondern ebendiese im Überfluß und macht eine große Ecke mehr Spaß. Kostet selbstverständlich mehr, ist meines Erachtens aber genau die richtige Motorisierung für den Coupé-Kombi. Die Motorcharakteristik passt zum Fahrzeug wie die Faust auf’s Auge. Grundsätzlich kann man festhalten, dass alle für den CLS angebotenen Motorisierungen kaum Wünsche offenlassen werden. Es geht nicht um die Entscheidung, ob der CLS sich vom Fleck bewegt, sondern wie krass er beschleunigen soll und wie bestialisch er dabei klingen soll.

 

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Spiegelung des CLS in einer Glastür
Bisher war für mich der CLS (auch schon der Vorgänger) das Designhighlight bei Mercedes. Dann kam der Shooting Brake und ich habe mich über beide Ohren verliebt. Ich fand beim alten CLS das Heck schöner als beim neuen. Es erinnerte mich an einen 78er Camaro. Mit dem Hochgezogenen Heck und den Rückleuchten. Beim neuen CLS sind mir die Heckleuchten einen Tick zu groß (Böse Leute sagen: Fischaugen). Doch beim Shooting Brake ist dieser eine Knackpunkt verschwunden. Die Rückleuchten passen wunderbar ins Gesamtbild, setzen die Seitenlinie fort und lassen das Heck breit wirken, vertuschen die Kastenform.

Mit den Augen bin ich an einer Ecke immer wieder hängengeblieben:
Dieser Tankdeckel! Direkt unter der Chromleiste an den Seitenfenstern. Ich kann nicht genau festmachen, was ich daran so toll finde. Vielleicht erinnert es mich an ein äußerst sportliches Geschoss? Seltsam, was sich manchmal zu Lieblingsdetails mausert. Über die Formgebung der Seitenfenster brauchen wir übrigens gar nicht reden. Ich denke, es war nicht so leicht die abfallende Oberkante der Scheiben mit der steileren Heckklappe in Einklang zu bringen. Hut ab vor der Leistung der Designer!

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Ansicht von hinten rechts am Strassenrand

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Ansicht von hinten links am Strassenrand
Den Innenraum kennt man so schon vom CLS Coupé. Neu waren mir zwei Dinge: Die dynamischen Seitenwangen der Vordersitze, die bei Kurvenfahrt aufgeblasen werden, um den Fahrer/Beifahrer zu stützen. Fühlt sich an, als ob jemand seine Hand seitlich gegen den Torso drückt, damit man nicht wegrutscht und lässt dadurch das Auto irgendwie “lebendig” werden. Über eine sanfte Berührung durch den CLS freue ich mich, habe ich festgestellt. Das andere sind die durch LEDs beleuchteten Hochtöner des Bang&Olufsen HiFi-Systems, die klassisch im Spiegeldreieck an der A-Säule angebracht sind. Ein traumhafter Anblick und ein wahres Stück Kunst im Auto. Den Klang der Anlage muss ich irgendwann getrennt testen. Ich wollte lieber durch die Toskana fahren, als mit den Einstellungen rum zu spielen.

Übrigens ist der CLS Shooting Brake nach dem Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé das zweite Fahrzeug, das mit einem Designelement Anleihen aus dem Yachtbau nimmt: Für den Kofferraum lässt sich ein Boden aus amerikanischem Kirschbaum ordern. Das sieht (wie auch schon beim Rolls-Royce) wunderbar aus und ist mit Abstand das Sonderaustattungs-Highlight des neuen Shooting Brake. Allerdings ist der Aufpreis von knapp 5000 Euro auch nicht wirklich gering.

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Innenraum Cockpit Edition1 C350

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Innenraum Hochtöner Bang&Olufsen Spiegeldreieck
Als ich so durch die wunderschöne Toskana brauste und völlig die Zeit vergaß – Fotolocations finden ist ja auch immer nicht so leicht, dachte ich mir irgendwann, ich sollte mal das Tagesziel ins Navi eingeben. Nur um festzustellen, dass ich laut Navi eine Stunde später als gewollt ankommen würde. Na super. Bisher war alles so stressfrei. Ich konnte die Leute beobachten, durch die kleinen engen Straßen tigern und so oft im Kreis fahren, wie ich wollte. Jetzt war plötzlich Eile angesagt.

Auf den schönen Serpentinen und schmalen einspurigen Landstraßen ließ sich kaum Zeit rausholen. Auch wenn der CLS das Potential hat, auch bei jeder noch so kurzen Gerade andere zu überholen. Schneller als erlaubt fährt man außerdem mit dem CLS sowieso immer. 100 fühlen sich an – höchstens – wie 40. Und wenn es eng wird, glänzt der CLS nicht unbedingt mit einem freien Blick nach hinten links und rechts. Aber dafür mit großen Spiegeln inkl. Toter-Winkel-Assistent, PDC und Rückfahrkamera. Mit diesen Hilfsmitteln fährt sich der CLS aus jeder unmisslichen Lage in Sekundenbruchteilen wieder frei. Stets hat man ein Gefühl dafür, was um einen herum passiert. Selbst im chaotischen Italien.

 

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Stadtaufnahme Frontal auf Betrachter zufahrend

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Stadtaufnahme Frontal LED-Scheinwerfer eingeschaltet
Irgendwann war ich dann am Ziel. Am Ende doch etwas früher als gedacht. Und wollte nicht aussteigen. Auf den letzten Metern wurde ich immer langsamer und überlegte, wie ich noch ein wenig länger im CLS bleiben kann. Und das, obwohl es nachmittags sowieso wieder weiterging. Doch selbst eine Stunde, um zu essen und an der Pressekonferenz teilzunehmen, ist zuviel verlangt.

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Hinten rechts Aufnahme unter Passanten Plazza

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Stadtaufnahme leere Straße und CLS vorne links angeschnitten
Nachmittags ging es dann mit dem CLS 500 weiter. In Begleitung von Bjoern Habbegger. Mit dem 500 war unser Ziel wieder Florenz. Eine wunderschöne Stadt! Dafür, dass mein Vater Geograf ist und mir immer viel von der Welt nahe gebracht hat, weiß ich beeindruckend wenig von der Stadt. Die blinden Flecken auf der Weltkarte sind ja bekanntlich immer die Orte, die in nächster Nähe zum Wohnort sind. Das ist mir so peinlich, dass ich Fragen rund um die Stadt aus dem Weg gehe. Ausgerüstet mit dem nötigen Hintergrundwissen geht es irgendwann wieder nach Florenz, versprochen.

Doch um die italienische Lebensart zu genießen, braucht man keinerlei historische Kenntnisse. Überall Menschen auf den Straßen, Motorroller knattern links und rechts vorbei, Autos kreuz und quer, die Luft ist warm, die Sonne wirft lange Schatten. aus den Cafés und Bistros das Geklappere von Besteck und Gläsern, Musik aus den Geschäften. Eine lärmende Gesamtkomposition. Und überall unter den Passanten geistern die drei Buchstaben “C”, “L” und “S”. Italiener haben bekanntlich Ahnung von Design und der CLS Shooting Brake scheint gut anzukommen. Wenn in Italien bestimmte Italiener mehr Ahnung von Kunst und Design haben als die übrigen Italiener, dann sind es die Florentiner. Das dürfte wohl der Grund sein, warum Mercedes diese Stadt für die Fahrveranstaltung ausgewählt hat.

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: CLS auf Straße mit Ponte Vecchio im Blick

Mercedes Benz CLS Shooting Brake 2012 Florenz: Stadtaufnahme Altstadt Florenz

Zu guter Letzt noch die Artikel einiger sehr geschätzter Bloggerkollegen, darunter einige auch über den CLS 63 AMG Shooting Brake:

 

 

6 Gedanken zu “Fahrevent Florenz: Mercedes-Benz CLS Shooting Brake

  1. Pingback: CLS Shooting Brake – Der Star in der Blogschau › Mein Auto Blog

  2. @Can
    Toller Bericht – besonders wie du das Design beschreibst – und wieder superschöne Bilder! Vielen Dank!!
    Hat meinen Geschmack wieder 100% getroffen: 100% subjektiv – 100% echt – 100% emotional – ohne große Fakten/Zahlen-Druckbetankung (wer Zahlen sucht, geht sowieso über Google oder die Mercedes-Site und wird dann diesbezüglich totgeschlagen – dafür braucht man -heute im Internetzeitalter- keine Autoblogs oder -zeitschriften)

    @Mercedes
    “Shooting Brake” – musste das sein? Ich kann ja nachvollziehen, dass “Kombi” den Marketingleuten von MB zu “uncool” war (obwohl ich es sicherlich sehr erfrischend gefunden hätte, wenn mal Einer ungeschminkt einfach die Tatsachen auf den Tisch legt – und es ist nunmal ein Kombi), aber musste der Begriff “Shooting Brake” genommen werden? Der hat mir schon bei den alten Aston Martins und Bentleys nicht gefallen – und da konnte man sich noch etwas damit trösten, dass dies sich auf die lange britische Tradition des Fuhrwerks-/Kutschenbaus bezieht, aber ein moderner “Shooting Brake” von MB?…und dabei störe ich mich nicht so sehr über “Shooting” (was sich auf leichte, flexible Kutschenaufbauten bezieht, um z.B. die Jagdtutensilien durch den Wald zu transportieren) sondern eher am “Brake” (oder auch “Break”), dass sich auf stabile Kutschenkonstruktionen bezieht, die dafür eingesetzt wurden, den Wiederstand/Willen von ungezähmten Pferden zu brechen um sie als Arbeitstiere nutzbar zu machen…
    ….Ich stehe dann immer vor den Wagen und denke mir: “Welcher Wille soll denn damit gebrochen werden?”

  3. Hallo Kowalski und wie immer vielen Dank für deinen Kommentar,

    Genau das denke ich mir auch immer. Die Zahlen und Fakten sind uninteressant. Wobei ich diesmal wirklich dazu geneigt war, zumindest den Einstiegspreis zu nennen. :)

    Über Shooting Brake kann man streiten. Nicht abstreiten lässt sich jedoch, dass der Begriff “Kombi” ziemlich negativ besetzt ist. Mir würde auf die schnelle auch keine komplett neue Bezeichnung einfallen, die sofort erkennen lässt, um welche Karosserievariante es sich handelt.
    Alberner finde ich eigentlich bei Audi die Bezeichnung Sportback beim “langen” A3. Damit kann ich mich so gar nicht anfreunden.
    Amüsanter Kommentar übrigens! Man merkt, du kennst dich mit der Historie aus.

    Viele Grüße
    Can

  4. Pingback: Car Photography - Mercedes-Benz CLS Shooting Brake - Florence, Italy | .:icedsoul photography

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