Unser BMW Z3 – Ich will endlich, dass alles wie neu ist!

Hochzeit Abfahrt Z3

Ach, das ist wieder so eine neverending story. Und ich bin es wirklich leid. Unser Z3 hat uns die letzten Jahre treue Dienste als Erstfahrzeug geleistet. Sommer und Winter, bei Regen, Dreck, Wind und Schnee. Dafür und für vieles andere lieben wir ihn. Er ist untrennbar mit unserem Kennenlernen und unserer Beziehung verwoben. Dafür und für vieles andere werden wir ihn niemals verkaufen. Und was er sich verdient hat ist, dass er in perfektem, makellosen Zustand im Trockenen stehen soll. Um für die wenigen Ausfahrten, die wir zu zweit noch machen können, bereit zu stehen. Das will ich für ihn. Wenn unser Sohn dann irgendwann alt genug ist, fahre ich oder fährt Melegim mit ihm durch die Landschaft. Ist das nicht schön?

Nur nehmen die Problemchen einfach kein Ende. Wir haben nunmal inzwischen ein kleines Kind und können nicht täglich mit ihm fahren. Genau das scheint er uns übel zu nehmen. Wir sind weit entfernt vom Zustand, dass er perfekt hergerichtet in der Tiefgarage steht.

Nach meinem Betonpfeilerkontakt vergangenes Jahr ist natürlich alles nur schlimmer geworden. Wir erinnern uns: Kotflügel, Fahrertür, Schweller, Aussenspiegel mussten getauscht werden. Es ist zwar alles auch wirklich in einer Fachwerkstatt eingestellt worden, aber die Fahrertür schließt nicht mehr so satt wie früher. Die Windgeräusche sind m.E. auch etwas lauter.

Als wir vergangenen Samstag endlich mal wieder die Gelegenheit hatten zu zweit bei schönem Wetter den Roadster auszufahren, da wollte er nicht anspringen. Selbst mit Starthilfe nicht. Das hatte ich schonmal und habe danach die Batterie neu geladen. Doch sie ist wieder tot – was ihr bei einem Alter von 10 Jahren ja auch echt niemand krumm nehmen kann. Also war die Ausfahrt (die erste nach mehreren Monaten) wieder gestorben.

Neue Batterie ist inzwischen gekauft und drin (Ein aufrichtig tolles Gefühl. Das hat er sich verdient!). Bremsen sind auch neu, nachdem vorher immernoch die Originalbremsen (!!) drin waren. Ganze 110.000km und 11 Jahre haben sie gehalten. Reifen hinten sind auch neu.

Inzwischen bin ich frustriert. Am liebsten hätte ich einen perfekt gepflegten Roadster in der Garage stehen. Doch dazu fehlt mir das Geld. Und die Mängel werden immer mehr:
Vergangenen Dienstag sollte der TÜV neu gemacht werden. Alles anstandslos überstanden, doch ein kleines Loch im Auspuff gibt den Todesstoß bei den Abgaswerten. Als ich ihn abholen wollte fällt mir auf, dass die Fahrertür sich kaum entriegeln lässt. Sie ging schon nicht mehr über die ZV auf und zu, sondern nur manuell. Aber jetzt dreht sich das Schloss auch noch endlos weiter, bevor es irgendwann greift.

Ich sage zu Melegim immer: Eigentlich muss man genug Geld in die Hand nehmen und einfach mal alles machen. In meiner Vorstellung das komplette Fahrzeug auseinanderschrauben, alle Teile reinigen, Sichtprüfung und wieder zusammensetzen.

 

Aber so gut kenne ich mich mit der Materie dann doch wieder nicht aus. Es würde auch reichen die Fahrertür nochmal von Grund auf ordentlich einzustellen, das Schloss zu reparieren, neue Vorderreifen aufzuziehen, den Motor ordentlich zu reinigen, die Matte unter der Motorhaube zu erneuern, Schaltknauf zu erneuern, neue BOSI-Abgasanlage (findet man die überhaupt noch) drunterzusetzen. Alle kleinen Beulen und Kratzer haben wir ja schon genau aus dem Grund ausgebessert. Damit ein perfekter, kleiner Z3 – der sich übrigens inzwischen zu einer Wertanlage entwickelt – fahrbereit zur Verfügung steht. Ich wiederhole mich, nicht wahr?

Vielleicht muss es einfach zu einem Projekt werden, ohne Zeitdruck. Know-How verschaffen, Werkstatt besorgen und losschrauben. Denn eines steht fest: Als ich neulich mal wieder den Z3 gefahren bin, hat es sich verdammt gut angefühlt. Eine andere Welt des Fahrens im Vergleich mit aktuellen Fahrzeugen. Nah an der Straße, direkt, schwergängig, mechanisch. Mit einem Wort: Großartig!

Habt ihr auch so ein Fahrzeug? Eines das ihr liebt und das ihr in einen perfekten Zustand versetzen wollt aber ihr habt einfach nicht die Mittel dazu?

10 Gedanken zu “Unser BMW Z3 – Ich will endlich, dass alles wie neu ist!

  1. Hallo Can,

    ….toller Artikel….Ja, das kommt mir alles sehr bekannt vor: Mein Roadster ist zwar jetzt erst 6 Jahre alt, aber da ich Ihn auch öfters auf Rennstrecken oder High-Performance-Trainings ausführe, sind meine Verschleißkosten höher (ich stehe jetzt wohl bald vor den 3. Bremsscheibensatz). Für mich ist mein Roadster definitiv ein “Projekt” (das ich als netten Ausgleich zu meinem Alltag sehe ) und immer wenn ich etwas Geld, etwas Zeit und Muße habe, versuche ich, ihm was “Gutes zu tun” (als nächstes ist wohl vorn die Beseitigung der Steinschlagschäden dran) um dann die nächsten Events oder Roadtrips zu planen.
    …und bevor Gedanken über die Sinnhaftigkeit aufkommen, führe ich mir immer vor Augen (und dir geht es ja scheinbar nicht anders): So einen (Old-Shool)-Roadster kann man heute einfach nicht mehr kaufen. Dieses “Pure”, “Direkte”, “Simple”, “Schlichte” , zeigt am deutlichsten die “Essenz” der “Faszination Autofahren”. Heutige Cabrios sind durch die moderne Elektronik/Technik (unterschiedliche Settings, moderne Dämpfersysteme, unterschiedliche Fahrassistenzsysteme, etc.) sind mit Sicherheit technisch perfekter (und ich ziehe meine Hut vor diesen Ingenieurleitungen), aber verschaffen Sie mir solche Glücksgefühle wie mein Old-Shool-Roadster???? ….Außerdem stecken da 6 Jahre Erinnerungen in meinem Wagen! Die lassen sich nicht einfach ersetzen!

  2. Hach, dein Leiden kenne ich nur zu gut. Exakt genau so ging es mir in den letzten Monaten mit meinem Roadster. Mir wurde das alles irgendwann zu nervig und deshalb kaufte ich mir dann meinen Renault. Und weil mich das alles so nervte, habe ich den sogar mit Garantieverlängerung, Servicevertrag und und und geholt. Aber mir ging das nachher echt auf die Nerven, alle paar Wochen zusätzlich für das Auto Geld ausgeben zu müssen.

    Absehbar waren beim Roadster: Lackierung eines Steinschlages auf der Fronthaube (gute 4cm Durchmesser), neue Stoßdämpfer fällig, neue Bremsscheiben, Kupplung am Ende, Turbolader auch schon im hinteren Viertel seines Lebenszyklus angekommen, Klimaanlage machte nachher Probleme (durch einen Unterbodenschaden sind die Leitungen nicht mehr dicht gewesen), Radlager an der Vorderachse ziemlich mitgenommen.. Dieses “einfach mal richtig Geld in die Hand nehmen” hatte ich mit dem Roadster auch vor, hab’s immer wieder vor mich hergeschoben und dann.. naja, musste einfach weg. Diese “Einschränkungen” möchte ich höchstens noch für ein Auto in Kauf nehmen, das selten mal bewegt wird und das ich bewusst halte, um daran auch ein bisschen herumzuschrauben.

  3. Hi Seb,

    …ich überlege beim Lesen von Deinem Beitrag die ganze Zeit, welcher Renault spaßmäßig einen Roadster ersetzen könnte…und mir fällt i.M. keiner ein (was auch daran liegen könnte, dass ich mich bei den Franzosen nicht so gut auskenne).
    Hmmmm….So wie du deinen Roadster beschreibst, hört er sich wirklich richtig “runtergerockt” an und es ist sicherlich nervig (und teuer) ihn wieder in Schuß zu bringen, aber mir fehlt da der “Link” zu einem Neuwagen-Renault als Alternativstrategie…Und damit möchte ich nichts gegen Renault sagen (könnte ich auch nicht, da ich noch nie einen besessen habe): sie bauen mit Sicherheit gute Autos, die ihren jeweiligen Sinn voll erfüllen, aber welcher Renault der heutigen Modellpalette schafft “Roadstererlebnisse”?

    Off Topic:
    Wie ist denn die Renault-Garantieverlängerung? Ich musste mich mal mit der VW-Garantieverlängerung rumschlagen und würde heute sagen: “Nie wieder” (da es mich nachhaltig erschreckt hat, was da alles “ausgenommen” wird, und wieviel Kleingedruckes es da zu beachten gilt).

  4. Hallo Kowalski,

    danke für deinen Kommentar und das Kompliment!
    Du hast natürlich völlig recht mit deinem Argument: Sinnhaftigkeit spielt keine Rolle. Ist doch immer so wenn es um Gefühle geht? Was mich noch zusätzlich glücklich macht ist die Tatsache, dass meines Erachtens gut 70% alle Z3, die rumfahren, fürchterlich aussehen. Die Farbkombinationen, Felgen, überhaupt der Zustand der Fahrzeuge… Natürlich liegt Schönheit im Auge des Betrachters. Aber dieser Umstand führt dazu, dass mir unser Z3 noch mehr das Gefühl vermittelt, dass er ein Unikat ist.
    Wir haben schon öfter mit dem Gedanken gespielt, für den Kauf des Ford Mustang Cabrios den Z3 wegzugeben. Doch jedesmal stand am Ende die Aussage: “Nein, der Z3 kommt nicht weg. Wir würden ihm auf immer und ewig nachtrauern.”

    Also selbst wenn er nicht mehr fahren würde, würden wir ihn behalten und dann irgendwann, wer weiss, ihn wieder in Fahrt bringen.

  5. Hehe… so ungefährt fragte mich Marco am Wochenende am Ring: “Was bringt einen dazu einen Renault Megane zu kaufen?”. Eine runde in meinem Megane RS gedreht und er wusste es. Der Megane RS ist eine ziemliche Rakete und fahrdynamisch extrem weit vorne. Klar, das Open-Air Feeling fehlt, ist jetzt für mich aber nicht das absolute Must-Have. Sprich: kein echtes Roadster-Feeling, aber in Sachen Fahrgefühl, Sportlichkeit usw. übertrumpft er die meisten Roadster (zumindest, solange ich noch keinen neuen Boxster S gefahren bin ;) ).

    Wie sich die Garantieverlängerung schlägt – keine Ahnung, das Auto ist erst 1 1/2 Jahre alt ;)

    Runtergerockt war mein Roadster nicht wirklich, hab ihn ordentlich gepflegt und gewartet. Aber: ich habe ja eine eigene Leistungssteigerung entwickelt für den, genau auf den Motor und Turbolader abgestimmt auf das Maximum an Leistung, wohl wissend, dass die Haltbarkeit leiden wird. Da Motor und Turbo beim Roadster nicht viel kosten, war mir das egal und nahm ich in Kauf. Genervt hat es mich später dann aber doch und es kam dazu, dass ich zu der Zeit sehr viel im Roadster unterwegs war, Zeit fehlte und er mir daher umso mehr “auf die Nerven” ging.. Auch wenn ich mir irgendwann wieder einen holen werde ;)

  6. Hallo Seb,

    danke für die schnelle Antwort!

    “Megane RS”! – Na dass kann ich Nachvollziehen: ich hatte selbst (in Spa) die Möglichkeit einen zu fahren (wenn der “RS” der “Cup” ist (bei dem Trackday haben alle vom “Megane-Cup” gesprochen))….der hat mir sehr gefallen!… und dass, obwohl ich normalerweise nichts von Turbotechniken halte – ich persönlich verzichte lieber auf ein paar km/h und genieße puren Hubraum (es gibt einen witzigen Spruch dazu: “Nur Tote müssen künstlich beatmet werden” ;-)))…was mir am MeganeRS so gut gefallen hat, ist (neben der Superbremse), dass die Fokusierung auf puren Fahrspaß -meiner Meinung nach- gut umgesetzt wurde (auch wenn der Hang zu Gimmicks zu erkennen ist) – ich war echt angenehm überrascht! Allerdings sieht man (z.B. auch an dem recht unansehnlichen Plastik-Interieur) das es auf Trackdays und Sporteinsätze fokusiert ist – mir persönlich würde definitiv das offene Roadster-Feeling, der klassische Hinterradantrieb und die Möglichkeit für “Cruisingeinsätze” fehlen.

    P.S.: zum neuen Boxster: Mein Fazit (wohlgemerkt: nur von einem Tag): Enttäuschend! Ich konnte mich einfach nicht mit dieser elektromangnetischen Lenkung anfreunden (zu wenig Rückmeldung für meinen Geschmack). Da wird Porsche sicherlich in der nächsten Version ordentlich nachlegen, denn -nach meiner Einschätzung- ist das sicherlich für die Porschekunschaft “not enough” – oder aber er soll (damit) neue Kundenkreise ansprechen (und ich habe es nur einfach nicht gerafft ;-) …die Zukunft wird es zeigen.

  7. Moin Kowalski,

    richtig, genau dieser ehrliche Charakter war das, was mich am Megane RS (ja, es ist ein Cup ;) ) so begeistert hat. Zumal ich zu der Zeit ein Auto wollte, mit dem ich ohne weitere Umbauten direkt Runde um Runde auf der Nordschleife herunterspulen kann. Mit der Sperre an der VA und dem toll abgestimmten Fahrwerk, dem schönen Einlenkverhalten, dem drehfreudigen Heck, die tolle fauchige Klangkulisse – das alles passt einfach. Und ja: der Innenraum ist nun wirklich nicht der aufregendste. Nette Details (die gelben Akzente usw), aber die Plastikqualität – nun ja…

    Zum Boxster S: fahrdynamisch soll er ja große Klasse sein – werde ich demnächst “vielleicht” besser wissen. Was die elektromagnetische Lenkung angeht, die Kritik musste sich der 911 991 ja schon anhören. Fun Fact: der Megane RS hat auch eine elektromagnetische Lenkung – das evo magazine in UK hatte dazu mal angemerkt, Porsche dürfe sich mal von den Franzosen eine Scheibe abschneiden, so schön detailliert und feinfühlig, wie da beim Meg RS Feedback in der Lenkung ankommt, kann man beim 911 nur von träumen ;)

    Aber ich gehe auch davon aus, dass Porsche an der Lenkung noch feilen wird – ich war ziemlich überrascht, dass es soviel Kritik gehagelt hat, von Porsche hätte man einen guten ersten Wurf erwartet..

  8. Na, da haben sich ja zwei gefunden…. :)
    Und wenn ich so lese was ihr schreibt bekomme ich durchaus Lust den Megane RS auch mal zu fahren. Meinen Z3 würde ich allerdings NIEMALS damit ersetzen. NIIIIIIEEEE!

  9. Hi Can,

    > Na, da haben sich ja zwei gefunden…. :)
    Ups. Ja – Schon als ich meinen letzten Beitrag abgeschickt habe, ist mir (nach dem Druck auf den “Abschicken”-Button) aufgefallen, dass ich mittlerweile ziemlich “off topic” geworden bin. Sorry dafür!!

    > Meinen Z3 würde ich allerdings NIEMALS damit ersetzen. NIIIIIIEEEE!
    Na wenn ich die Kommentare richtig lese, sind wir uns glaube ich da alle Drei darüber einig, dass der RS kein wirklicher Ersatz für einen Roadster ist! Sep hat einen Nordschleifenrenner gesucht und da ist der RS durchaus eine Alternative – ein Roadster hat andere/weitere Werte/Ziele, die er zu erfüllen hat!

    …Ich versuche jetzt gerade wieder einen Bogen zu deinem ursprünglichen Beitrag zu finden –
    vielleicht mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner: dem (wie es Sep ausdrückte) “ehrlichen Charakter” – den ich auch von einem Roadster einfordere.
    Ein Roadster (alter Schule) muss man es bei jedem Schaltvorgang, bei jeder schnellen Kurve und bei jedem Roadtrip anmerken, wofür er gebaut wurde: für maximalen Fun!…offenes, pures Fahrerlebnis!..
    Deshalb würde ich immer wieder empfehlen (und da sind wir wieder bei deinem ursprünglichen Beitrag), am “alten” Roadster festzuhalten – da ich nicht auf solche Momente/Erlebnisse verzichten wollte.

  10. Hallo Kowalski,

    ach, Off-Topic gibt es bei mir nicht. Keine Sorge! Du kannst schreiben was du willst. Freue mich darüber, dass du dich einbringst.

    Klar, den Unterschied sehe ich auch. Für mich bedeutet Roadster: Einfach mal gemeinsam mit meiner Frau Sonntags rausfahren. Irgendein Ziel und auf dem Weg links und rechts abbiegen wie wir gerade Lust haben. Das macht mit einem geschlossenen Auto – egal welches – einfach keinen Spaß. Dafür aber natürlich andere Sachen :)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>