Klipsch RB-51 Lautsprecher – Audiophiles welcome!

Klipsch RB-51 Teaser

Endlich habe ich meine HiFi Anlage aufgerüstet…

Und warum aufgerüstet statt abgerüstet? Immerhin hatte ich vorher Jamo Standboxen, drei Wege. Nunja: Die Jamo sind nicht so ganz High-Tech. Immerhin habe ich sie schon über 10 Jahre und damals als Schüler musste ich mehrere Monate sparen um sie mir leisten zu können. Doch ist der Klang nach meinem heutigen Empfinden nicht mehr der Beste. Dazu kommt, dass die Jamo-Boxen wohl einen sehr schlechten Wirkungsgrad haben. Mein Trends Audio Ta-10.1 Verstärker erfordert wegen seiner geringen Leistung im einstelligen Watt-Bereich jedoch einen möglichst hohen Wirkungsgrad (>90dB). Genau deswegen haben es mir die Klipsch angetan. Durch die Verwendung eines Hochton-Horns anstelle einer normalen Hochton-Kalotte ist der Wirkungsgrad der Klipsch sehr hoch. Überhaupt sind Klipsch-Lautsprecher der Reference-Reihe dafür bekannt, dass sie sehr gut mit Röhrenverstärkern harmonieren. Die Entscheidung viel auf die kleinen RB-51 einfach aufgrund des Preises (NP bei einem Paar rund 400€) und den weitestgehend sehr positiven Kritiken im Vergleich zu selbst doppelt so teuren Boxen. Also bestellt, über das enorme Gewicht beim auspacken gewundert (im positiven Sinne natürlich) und angeschlossen (mit neuen Hicon Banana-Steckern und 4mm Lautsprecherkabel). Lautsprecherständer habe ich noch nicht, muss ich mich die nächsten Wochen mal drum kümmern. Deswegen stehen sie momentan noch nicth auf der richtigen Höhe. Das erste gespielte Stück war “Forsaker” von Katatonia. Meine Güte… direkt ein breites Grinsen im Gesicht und Gänsehaut am Nacken. Der Bass geht sehr viel weiter runter als ich vermutet hätte. Der richtige Tiefbass fehlt zwar natürlich, aber das wird durch einen sehr trockenen und gut gezeichneten Bass in den unteren Lagen locker wettgemacht. Der Boden bebt auch mit diesen 30cm-Sounderzeugern. Danach direkt auf Long Distance Calling gewechselt. Das neueste Album der Jungs aus Münster ist einfach perfekt aufgenommen und ist deshalb ein gutes Testalbum für Soundwiedergabe. Auch hier: Nicht nur dass man Details hört die mir vorher (selbst mit guten Sennheiser HD580 Kopfhörern) verborgen waren, die Bühne wird sehr luftig dargestellt. Bei den Jamo war mein größtes Ärgernis seit dem letzten Umzug dass die Bühne sehr flach und mittig war, aller Sound von vorne kam und die Instrumente förmlich an den Lautsprechern klebten. Dazu ein schrecklich eingeengter Klang der Instrumente. Diese Probleme existieren bei den Klipsch RB-51 nicht mehr. Die Bühne ist groß, luftig und bietet jedem Instrument seinen Platz. Die Ortbarkeit der Instrumente ist noch nicht optimal, aber ich denke dass das einfach eine Sache der Positionierung der Boxen ist und sich noch ändern lässt.

Nach einigen anderen Hörproben stand schonmal fest dass den Klipsch besonders Akustikmusik (Adele, Anna Caram, Céu (wunderbare Musik!!), etc)  und hauptsächlich gesangsbetonte Stücke liegen. Hier nimmt sie sich die Zeit, die Stimmen mit allen ihren Eigenheiten darzustellen und die Sängerin dann doch auf einen ganz bestimmten Fleck vor einem zu plazieren. Erst wenn man die Lautstärke so wählt, dass der Gesang der echten Lautstärke einer Sängerin oder eines Sängers entspricht, kommt dies richtig zur Geltung. Lautstärkeunterschiede zwischen gehauchten Passagen und laut gesungenen Refrains gibt sie vorbildlich wieder.

Für mich war immer Pink Floyd mit “The Dark Side of the Moon” und “Echoes” der absolute Richtwert für Musikwiedergabe. Also direkt die FLAC-Dateien ausgewählt. In meinem Rechner befindet sich ein DAC der Firma Audiotrak (Prodigy HD2). Durch diesen DAC wird mit hoher Bittiefe die Musik ins analoge gewandelt und gelangt in den Trends Audi Ta-10.1. (Siehe hier) Von diesem kleinen Wunderkasten dann in die Klipsch RB-51. Natürlich darf eine Hörprobe von “Shine on you crazy Diamond” nicht fehlen. Schön laut aufdrehen und die Musik auf sich zukommen lassen. Es fängt ja auch schön leise an. Die Gitarre klingt warm und vollkommen realistisch (da kenne ich mich aus). Man hört die Röhren im Röhrenverstärker förmlich. Das Schlagzeug klingt gut, aber nicht überwältigend. Die Becken sind 1:1 so wie in echt, für die Bassdrum fehlt leider ein wenig der Tiefbass und die Toms klingen ab und an etwas zu mittenlastig. Leider. Aber insgesamt doch ausgewogen und vor allem präzise, ohne viel Nachklingen. Eine Tatsache die sich bei hochwertigen Aufnahmen positiv bemerkbar macht, bei neueren “overmastered” Alben jedoch diese direkt in den ersten Sekunden als absolut minderwärtig entblöst. Man sollte sich nichts vormachen: Hört man gerne aktuelle Popmusik, wird man plötzlich enttäuscht sein wie steril alles klingt. Dies liegt jedoch an den schlechten und überdigitalisierten Aufnahmen und nicht an den Lautsprechern oder dem Verstärker. Heutzutage wird leider alles für In-Ear Kopfhörer und Massenmarkt-Lautsprecher optimiert. Wahre Klangmeister kommen da zu kurz, weil sie nicht die von den Massen gewohnte schlampige Umgangsart mit den Schallwellen pflegen. Bestes Material gibt es meist aus den 70ern und 80ern oder aus der Jazz- und Klassikszene. Außerdem sind Rock und Pop Aufnahmen aus den USA meienr Erfahrung nach meistens sehr viel schlechter als die aus Europa (ganz besonders Skandinavien).

Nach dem Hören von Pink Floyd und Rodrigo Y Gabriela stand eines auf jeden Fall fest: Die Klipsch liebt Akustikinstrumente. Besonders die Akustikgitarre. Ob ich etwas auf meiner Gitarre spiele oder es aus den Klipsch kommt. Es klingt absolut identisch. Man hört das Nachschwingen der Saite, hört ob der Handballen des Gitarristen auf den Saiten ist und erahnt die Berührung des Plectrums mit der Saite.

Wenn es um meine Lieblingsmusik, progressive Rock/Metal, Post-Metal und dergleichen geht (Opeth, Dream Theater, Breed 77, Tool, Disillusion, Isis), muss man natürlich bei so kleinen Boxen Abstriche machen. Auch hier klingen die verzerrten E-Gitarren etwas mittenlastig, doch trotzdem stimmt der Gesamteindruck. Etwas mehr Bass wäre wünschenswert. Mehr Spass als mit den Jamo macht meine Musik hier allemal. Gänsehaut garantiert.

Man darf dabei nicht vergessen: Es erfolgt keinerlei Anpassung des Ausgangsmaterials durch einen Equalizer. Die Musik gelangt so, wie sie aufgenommen wurde, in die Boxen. Kein Loudness, kein Bassboost oder dergleichen. Eine positive Entwicklung am HiFi-Markt. Auch wenn mir manchmal die einfache Anpassungsmöglichkeit beispielsweise durch einen Poti am Verstärker fehlt, so verzichte ich gerne darauf wenn ich weiss: Die Musik klingt so, wie sie von den Künstlern (oder dem Studio) gedacht war.

Jetzt hier noch die Bilder:

Klipsch RB-51 Vorne

Der MItteltieftöner wird von Klipsch so beschrieben: “The RB-51 employs a 5.25-inch woofer for a solid bass foundation. This Cerametallic™ woofer with inverted copper dust cap exhibits a very high stiffness-to-mass ratio and superb damping characteristics.”

Klipsch RB-51 Mitteltieftöner

Das Tactrix-Horn in der Nahaufnahme

Klipsch RB-51 Horn

Hinten: Schlüsselloch-aufhängung, Kabelterminal und Bassreflexöffnung

Klipsch RB-51 Rückseite

Kabelterminal in der Nahaufnahme

Klipsch RB-51 Terminal

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